Herzlich Willkommen in meinem Blog. Ab September 2008 werde ich hier regelmäßig über mein Auslandssemester in Cork (Irland) berichten.
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Montag, 24. November 2008

York

Am Samstag machten wir uns auf den Weg nach York. Mit dem Zug dauerte die Fahrt etwas mehr als eine Stunde von Sheffield aus. Die Stadt ist inbesondere für ihr riesiges Münster (hauptsächlich aus dem 11. Jahrhundert) bekannt. Und das sicher auch zu recht - aus dem mittelalterlichen Stadtkern ragt die imposate Kirche ernorm hervor.
YorkMinster03
YorkMinster01
Sie ist die größte mittelalterliche Kirche Englands und die Bauzeit betrug über 250 Jahre. Auch der teure Eintrittspreis von ~ 7 GBP hat sich aber eindeutig gelohnt. Denn neben einem einmaligen Aufstieg durch ein klaustophobisch anmutendes Treppenhaus (ca. 200 ft.) gabe es vom Turm einen großartigen Ausblick auf die Stadt. Auch die Kirchenfenster im Inneren waren sehr beeindruckend. Weitere Infos zum Yorker Minister sind unter York Minister zu finden.
York von Oben
YorkMinster04

Außerdem machten wir noch einen Spaziergang durch einen netten Park mit Ruinen und sehr zutraulichen Eichhörnchen und wanderten ein Stück über die gute erhaltene Stadtmauer.
York Citywall
Eichhörnchen
Sheffield03
Zum Abschluss unseres wunderbaren Ausflugs ging es dann noch in das weltgrößte Eisenbahnmuseum. Dort waren echt wahnsinnig viele, riesige Lokomotiven und Luxuswaggons aus längst vergangenen Zeiten zu bewundern. Catarina hat in ihrem Blog auch noch einige Infos zu unserem Tag in York:
Sheffield 2008.

Sonntag, 23. November 2008

Langes Wochenende in Sheffield

Zurück! Heute Abend bin ich von der größeren Nachbarinsel zurück nach Cork gefolgen - seit Mittwoch war ich dort bei Catarina zu Besuch, die dort ein Praktikum am Sprachenzentrum der Universität Sheffield macht. Es war super endlich wieder ein paar Tage mit Cata zu verbringen und gemeinsam mit ihr Sheffield kennenzulernen und auch die Umgebung in Yorkshire zu besuchen. Besonders unser Ausflug nach York (eigener Post), einem alter Bischhofssitz im Norden des Countys war dabei sehr beeindruckend.

Sheffield selbst ist eine ehemalige Kohle- und Stahlstadt in den Midlands und wurde natürlich auch stark durch ihre ökonomische Vergangenheit geprägt. Ähnlich wie die umliegenden Städte Manchester, Liverpool, Leeds und Derry ist sie stark von der Schwerindustrie gezeichnet und die Landschaft zwischen all diesen Orten gleicht dabei in weiten Teilen dem Ruhrgegiebt (mit Ausnahme des Peak Districts). Durch den Strukturwandel hat sich der Schwerpunkt der Produktion aber verschoben und es lassen sich inzwischen auch ansehnliche Orte in diesen Städten finden. So ist die Innenstadt von Sheffield durch zahlreiche Restaurierungen aufgewertet worden und beim Neubau wird tatsächlich auch auf eine ansehnliche Optik geachtet.

Catarina selbst lebt zur Untermiete bei einer Familie in einem der besseren Stadtteile. Dort findet man dann auch die Erklärung für die Bezeichnung "Green City", die sich Englands viertgrößte Stadt selbst gibt. Die Straßen sind dort von unzähligen Alleen gesäumt, die im Sommer, mit Laub, sicher alles sehr grün machen. Die alten, großen Steinhäuser dort im Norden der Stadt gefallen mir sehr gut, sie haben etwas herrschaftliches - wirkten aber gerade durch die hohen Zäune und Mauern leider auch sehr abgeschottet. Die ansehnlichlichen Gebäude in der Innenstadt konzentrieren sich auf wenige Straßen und sind im folgenden zu bewundern. Den Rest der Innstadt teilen sich dann 60er-80er Beton-Achitektur und herruntergekommene Gebäude.

Doch nicht nur die Baumeister der Stadt haben Sheffield (teilweise) arg gestrafft, sondern auch der Thatcherismus hat dafür gesorgt, dass man sich nicht mehr vernünftig (öffentlich) fortbewegen kann. Das Bussystem und die eine Tramlinie sind eine Schande für eine Stadt mit mehr als einer halben Million Einwohner. Neoliberale würde es wohl Wettbewerb im öffentlichen Verkehr nennen, ich sage dazu einfach nur völliges Chaos (bzw. Marktversagen). Man kann sich (besonders als Ortsfremder) nie sicher sein, welches Ticket und welcher Preis gerade gilt - denn die Stadt wird von mehreren Busunternehmen versorgt, die sich auch Linien teilen. Das heißt man bezahlt ständig unterschiedliche Beträge für dieselbe Strecke, kann seine Tickets teilweise nicht bei der Konkurrenz verwenden und muss immer hoffen das der Busfahrer einem die Besonderheiten "seiner" Fahrt erklärt. Wer also den Beweis sucht, das es einen Unterschied zwischen Schuhe verkaufen und öffentlichen Personenverkehr gibt, der findet den nervenden Beweis hier.
Sheffield
Sheffield02
Cityhall
Mein Fazit zu Sheffield fällt also eher kritisch aus - trotzdem war es wunderbar dort, bei Catarina, zu sein. Wer allerdings nicht das Glück hat einen lieben Menschen in Sheffield zu haben, dem empfehle ich als touristisches Ausflugsziel definitiv eher York (eigener Post). Vielleicht bin ich vom niedlichen Cork, dass nie das "Glück" einer massiven Industriallisierung hatte, auch ein wenig verwöhnt. Als Armenhaus Europas hatte Irland nie die Chance so viel mit Beton zu bauen und die Landschaft umzupflügen.

Dienstag, 4. November 2008

Hallowe'en

Am 31. November wurde in Irland der "All Hallows’ Even" (Allerheiligenabend - vergleichbar mit Heiligabend als Vorabend eines Feiertags) gefeiert. Die Abkürzung, für diese wohl ursprünglich keltische Tradition, ist inzwischen über Umwege auch wieder in Europa bekannt: Hallowe'en oder amerikanisch Halloween. Die Hallowe'en-Tradition wurde von irischen Auswanderern mit in ihre neue Heimat USA genommen, dort kommerzialisiert und wird seit den frühen Neunzigerjahren auch auf dem europäischen Kontinent in einer abgewandelten Form gefeiert. Tatsächlich lebte diese keltische Tradition auch in einigen Regionen Deutschlands mit ähnlichen Bräuchen fort. Der Rubebötz in Thüringen, Rübengeistern in Schwaben oder Rummelbooze im Saarland haben wohl alle den selben Ursprung und teilweise die selben Traditionen, z.B. Rüben aushöhlen und mit Kerzen beleuchten. Das Phänomen ist so interessant, weil es super zeigt, was Globalisierung bewirken kann und wie sie ständig unsere Kultur wandelt - manchmal sogar zurück zu ursprünglichen Wurzeln.
Aber natürlich kann man einfach auch nur möglichst gruselig mitfeiern:
Von Halloween 2008 in Cork

Montag, 3. November 2008

Limerick mit Catarina

Am vergangenen Donnerstag waren wir in Limerick. Die zweitgrößte Stadt in der Provinz Munster nach Cork liegt am Shannon im Westen Irlands. Mit dem Citylink-Bus dauerte die Fahrt ca. 100 Minuten – die aber schnell vergingen, da ich bisher noch nicht im Norden von Munster gewesen bin und so die sehr grüne Landschaft aus dem Busfenster beobachten konnte. In Limerick angekommen machten wir einen Stadtrundgang wie er in meinem Reiseführer beschrieben war. Dies bot sich besonders an, weil Limerick nicht allzu reich an „Sehenswürdigkeiten“ ist und wir so alles bei einem Spaziergang entdecken konnten.
Von Ausflug nach Limerick

Doch die Enttäuschung über Limerick, wie beispielsweise in Heinrich Bölls „Irisches Tagebuch“ oder meinem Reiseführer stellte sich nicht ein. Für einen halben Tag mit gemütlichem Spaziergang hatte die Stadt nämlich durchaus genug Interessantes zu bieten. Die kompakte Innenstadt ist recht schön mit alle den kleinen, typisch irischen Geschäften ausgestattet und besonders das St. Johns Castle am Shannon gelegen war seinen Besuch absolut wert.
Von Ausflug nach Limerick

Von Ausflug nach Limerick

Von Ausflug nach Limerick

Mit Multimediashow, Audio-Effekt und jeder Menge Interaktivität wurde die wechselhafte siebenhunderjährige Geschichte der Burg gut aufbereitet und dargestellt. Nach einer kurzen Wanderung über die Mauer gingen wir anschließend noch weiter zu Irlands höchsten Kirchturm. Den Tag ließen wir in einen Bistro mit Tee ausklingen.
Von Ausflug nach Limerick

Sonntag, 2. November 2008

Zehn Tage mit Catarina

Die vergangenen Tage habe ich mit Catarina verbracht - sie hat mich hier besucht, bevor sie ihr Praktikum in Sheffield (England) beginnt. Die Blog-Einträge haben darunter natürlich ein bißchen gelitten, aber ich wollte natürlich gerne möglichst die komplette Zeit mit Cata verbringen, ohne viel vor dem Laptop zu sitzen.
Dafür habe ich nun aber umso mehr zu schreiben, schließlich haben wir einige coole Ausflüge gemacht, haben Halloween gefeiert und auch so jede Menge unternommen. Meine Einträge zu den Ausflügen kommen also jetzt nach und nach alle online...